Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Uniklinikum Leipzig etabliert Programm zur Antikörper-Therapie mit Blutplasma

Um schwer an Covid-19 erkrankte Patienten erfolgreich behandeln zu können, werden dringend wirksame Therapeutika gebraucht. Eine vielversprechende Möglichkeit ist die Anwendung von so genanntem "Rekonvaleszentenplasma": Dabei wird das Blutplasma von Genesenen auf Patienten übertragen, die aktuell mit dem Erreger infiziert sind.

Plasma Plus Symbol Der Vorteil dieser Therapie ist, dass die vom Immunsystem des Spenders gebildeten Antikörper im Patienten die Erreger abfangen können. Im besten Fall schafft es der Körper des Patienten durch die transfundierten Antikörper des Spenders, erfolgreich gegen das Virus anzukämpfen und auf diese Weise den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, das Plasma zu verwenden:

1. für die direkte Transfusion in der demnächst an mehreren Zentren in Deutschland stattfindenden CAPSID-Studie an COVID-19 Patienten,

2. für die Herstellung von sogenanntem Hyperimmunplasma, d.h. es wird ein Passivimpfstoff (aufgereinigte Antikörper gegen Coronavirus) aus dem Plasma hergestellt und in Spritzen abgefüllt.

3. Teilnahme an einer Laborstudie, um den entstandenen Schutz durch Ihre Antikörper gegen COVID noch zuverlässiger als mit den derzeitigen Tests zu prüfen sowie die Empfindlichkeit zu untersuchen, an COVID-19 zu erkranken. In diesem Fall spenden Sie ein bis zwei Teströhrchen für die Laborstudie mit COVID-19. Ihr übriges Plasma wird für die Herstellung von Antikörpern für immungeschwächte Patienten weiterverarbeitet.

Die Blutbank am UKL sucht daher freiwillige Blutplasmaspender: Jeder zwischen 18 und 60 Jahren, der nachweislich positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde und seit mindestens 14 Tagen vollständig beschwerdefrei ist, kann sich bei der UKL-Blutbank melden. Notwendig sind auch zwei negative SARS-CoV-2 Testergebnisse. Insofern diese noch nicht vorliegen, lässt sich der Nachweis für eine überwundene Erkrankung auch am UKL durchführen. Interessierte können sich unter Telefon 0341 - 972 5393 melden.


 
Letzte Änderung: 16.06.2020, 16:42 Uhr
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