Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Wer darf Blut spenden?

Voraussetzungen für alle Spendearten

Um sowohl für den Spender als auch für den späteren Empfänger der Blutkonserve gesundheitliche Risiken möglichst gering zu halten, gibt es zahlreiche gesetzliche Regelungen.

Formelle Voraussetzungen:

  • Alter: mindestens 18 Jahre, höchstens 68 Jahre
  • Gewicht: mindestens 50 Kilogramm
  • generelles Wohlbefinden und körperliche Gesundheit
  • keine Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, kein intimer Kontakt mit Angehörigen einer der unten aufgeführten Risikogruppen
  • Ein Personalausweis (oder ein anderes Ausweisdokument) ist unbedingt mitzubringen

Um zu überprüfen, ob bei einer Blutspende neben diesen formellen Voraussetzungen auch aus medizinischer Sicht nichts im Wege steht, geht jeder Spende eine kurze ärztliche Untersuchung voraus. Dabei werden u.a. der Hämoglobinwert und der Blutdruck gemessen. Zudem wird der zuvor ausgefüllte Fragebogen besprochen und auf individuelle ärztliche Fragen eingegangen.

Zeitweilig von der Blutspende ausgeschlossen ist, wer:

  • schwanger ist (und bis sechs Monate nach der Geburt) oder noch stillt
  • innerhalb der letzten vier Monate ein Piercing oder eine Tätowierung erhielt
  • sich innerhalb der letzten vier Monate einer Vorsorgeuntersuchung (bspw. Endoskopie, Arthroskopie, Koloskopie) unterzogen hat
  • in den letzten vier Wochen eine Impfung mit Lebendimpfstoff erhielt
  • an ernsten Störungen von Organen oder Organsystemen leidet (bspw. Herzfehler, Asthma bronchiale, Zuckerkrankheit, Anfallsleiden)

Nicht zugelassen werden können u.a. Personen, die zu einer der folgenden Risikogruppen gehören:

  • HIV-Infizierte
  • Personen aus Gebieten mit hoher AIDS-Durchseuchung (Karibik, Länder südlich der Sahara)
  • Drogenabhängige
  • Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM)
  • männliche und weibliche Prostituierte

Untersuchungen nach der Spende

Außerdem wird jedes Blut nach der Spende im Labor auf HIV, Hepatitis B und C (Gelbsucht) und Syphilis (Geschlechtskrankheit) untersucht. Ist einer dieser Marker reaktiv, d. h. ein Grenzwert überschritten, wird die gespendete Blutskonserve gesperrt und der Spender zu einer Nachuntersuchung aufgefordert. Führt die Nachuntersuchung zu einem nicht eindeutigen negativen Ergebnis, muss der Spender zeitlich oder auf Dauer von der Blutspende ausgeschlossen werden.

Zusätzliche Voraussetzungen für die Thrombozytenspende

Es gelten die allgemeinen Voraussetzungen zur Blutspende. Zusätzlich muss ein normales Blutbild mit möglichst etwas überdurchschnittlicher Thrombozytenzahl vorliegen. Weiterhin sind gute Venenverhältnisse und eine mittlere Körperstatur von Vorteil. Da Thrombozytenkonzentrate nur kurzzeitig (vier Tage) haltbar sind, finden die Spenden nach Terminvereinbarung und sehr zeitnah statt. Deshalb werden besondere Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Spender gestellt.

 
Letzte Änderung: 08.03.2017, 09:52 Uhr
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