Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Glossar

Wichtige Begriffe kurz und prägnant erklärt.
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A

Antigene: Antigene sind chemische Merkmale auf Oberflächen, die vom Körper zumeist als fremd erkannt werden und eine Immunreaktion auslösen. Dies können zum Beispiel Viren oder Bakterien sein sowie auf den eigenen Körperzellen vorkommende Antigene, welche jedoch keine Reaktion mehr verursachen.

Antikörper: Antikörper (Immunglobuline) werden von den Immunzellen gebildet, nachdem diese ein fremdes Antigen erkannt haben. Sie binden die eingedrungenen Mikroorganismen, welche mit dieser Markierung durch das Abwehrsystem einfacher beseitigt werden können.

Arterie: Die Arterie (Pulsader) transportiert sauerstoffhaltiges Blut vom Herzen weg in den ganzen Körper und soll dabei den Blutdruck möglichst stabil halten.

Anämie (Blutarmut): Hierbei ist die Anzahl der vorhandenen Erythrozyten oder der in ihnen enthaltene Anteil an Hämoglobin zu gering. Der Grund für eine Anämie kann ein Mangel an für die Erythrozytenproduktion notwendigen Baustoffen - vor allem Eisen, Aminosäuren, Vitamin B 12 und Folsäure - sein.

Albumin ist das im Körper am meisten vorkommende Bluteiweiß. Es wird in der Leber produziert und reguliert neben seiner Aufgabe als Transportmittel für verschieden Substanzen das Flüssigkeitsgleichgewicht zwischen Gefäßen und umliegendem Gewebe. Arzneimittel welche aus Albumin gewonnen werden, werden hauptsächlich bei schweren Verletzungen oder großflächigen Verbrennungen mit hohem Eiweiß- und Flüssigkeitsverlust eingesetzt. Weiterhin finden Sie bei großen Operationen oder der Behandlung von Krebserkrankungen Anwendung.

Agglutination: Als Agglutination bezeichnet man das Verklumpen antigentragender Teilchen wie beispielsweise den Blutzellen.

B

Blutgerinnung: Ist eine Gefäßwand verletzt, kommen Thrombozyten mit Stoffen in Kontakt, die zu Ihrer Aktivierung führen. Sie ändern ihre Form, vergrößern ihre Oberfläche und aggregieren (lagern sich zusammen und verkleben). Dadurch bilden sie eine Art Pfropf, der das Austreten weiteren Blutes verhindert und die Wunde vor eintretenden Keimen schützt. Außerdem werden Botenstoffe ausgeschüttet, welche die Wundheilung fördern.

Blutgruppen: Das AB0-System wurde 1901 von Karl Landsteiner aufgestellt und ist auch heute noch Grundlage für die Unterscheidung der Blutgruppen. Er bekam 1930 für die Entdeckung der Blutgruppen den Nobelpreis für Medizin.

Blutzellen: Die festen Bestandteile des Blutes - Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten - werden als Blutzellen bezeichnet.

Blutplasma: Die proteinreiche, leicht gelbliche Blutflüssigkeit macht rund 55 Prozent des Blutvolumens aus und dient nicht nur als Transportmedium für die festen Bestandteile.

Blutkreislauf: Der Blutkreislauf besteht aus dem Herzen und den Blutgefäßen (Arterien und Venen). Über den Blutkreislauf werden alle Teile des Körpers mit Blut versorgt.

D

D-Antigen: Ist ein Mensch rhesus-positiv, trägt er das D-Antigen auf seinen Erythrozyten.


E

Erythrozyten: Die Erythrozyten, sogenannte rote Blutkörperchen sind vor allem für den Sauerstofftransport von großer Bedeutung.

F

Fibrinogen: Gerinnungsfaktor im Plasma.

G

Gerinnungsfaktor-VIII-Präparate werden vor allem zur Behandlung der Bluterkrankheit Hämophilie A benötigt, bei welcher die Blutgerinnung durch einen Mangel des antihämophilen Globulins Faktor VIII gestört ist.

Granulozyten: Die Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, gehören mit einem Anteil von 50 bis 60 Prozent zu den am häufigsten vertretenen weißen Blutkörperchen und werden hauptsächlich mit dem Blutstrom mitgeführt.

H

Hämoglobin: Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin (Hb) ist der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und spielt vor allem für den Sauerstofftransport eine entscheidende Rolle.

Hämophilie (Bluterkrankheit) ist eine Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Dabei werden einzelne Gerinnungsfaktoren durch einen Gendefekt nicht mehr ausreichend produziert oder diese können ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Die verstärkte Blutungsneigung der Betroffenen wird durch Gabe der fehlenden Gerinnungsfaktoren aus Blutprodukten ausgeglichen.

Hämostase bezeichnet die Blutstillung und -gerinnung.

Hämatokrit: Der Anteil der festen (zellulären) Bestandteile des Blutes wird Hämatokrit genannt und kann, je nach Geschlecht und Entwicklungsphase eines heranwachsenden Menschen, variieren.

I

Als Immunsystem wird das Abwehrsystem höherer Lebewesen bezeichnet.

K

Knochenmark ist das wichtigste blutbildende Organ des Körpers.

L

Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind zahlenmäßig am geringsten im Blut vorhanden, ihr in der Immunabwehr angesiedelter Aufgabenbereich ist jedoch von großer Wichtigkeit.

Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen T-Lymphozyten und B-Lymphozyten.

M

Monozyten (weiße Blutkörperchen) befinden sich überwiegend im Gewebe, nehmen dort Bakterien und deren Überreste auf und vernichten sie. Sie werden daher auch als Makrophagen („große Fresszellen") bezeichnet.

P

Plasma: s.a. Blutplasma Die proteinreiche, leicht gelbliche Flüssigkeit macht rund 55 Prozent des Blutvolumens aus und dient nicht nur als Transportmedium für die festen Bestandteile.

Als (Blutkomponenten-) Präparation wird die Weiterverarbeitung (Veredelung) des Blutes nach der Abnahme bezeichnet.

R

Rhesus-Faktor: Ist ein Mensch rhesus-positiv, trägt er das D-Antigen auf seinen Erythrozyten und reagiert auf D-Antikörper.

S

Stammzellen: Alle im menschlichen Blut vorhandenen Zellen, die für den Sauerstofftransport (Erythrozyten), die Infektabwehr (Leukozyten) und die Blutgerinnung (Thrombozyten) verantwortlich sind, werden aus gemeinsamen Vorläuferzellen, den Blutstammzellen gebildet. Diese befinden sich normalerweise im Knochenmark des Menschen. Im Allgemeinen sind Stammzellen jene Körperzellen, welche sich zu verschiedenen Zelltypen oder Gewebe entwickeln können.

T

Thrombozyten: Blutplättchen sind die kleinsten, kernlosen Zellen und dienen hauptsächlich der Blutgerinnung und Blutstillung.

V

Venen sind Blutgefäße, die das Blut zum Herzen zurückführen.

 
Letzte Änderung: 11.11.2014, 17:30 Uhr
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