Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Eisenmangel

Eisen ist ein Mineralstoff, der in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommt und viele wichtige Funktionen im menschlichen Organismus erfüllt. Da bei einer Blutspende mit den roten Blutzellen circa 250 Milligramm davon entzogen werden, ist es wichtig, frühzeitig einem möglichen Eisenmangel vorzubeugen.

Medizinischer Hintergrund
Resultiert daraus eine Gefahr beim Blutspenden?
Wie viel Eisen benötigt der Körper?
Wie kann ich Eisenmangel selbst vorbeugen?
Tipps für eine eisenreiche Ernährung
Wodurch kann Eisenmangel noch entstehen?
Welche Folgen kann Eisenmangel haben?

Medizinischer Hintergrund

In den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist Eisen das zentrale Ion des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin (Hb). Das Hämoglobin hat die Aufgabe, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Ist zu wenig Eisen im Körper, sinkt die Anzahl der Hämoglobinmoleküle und folglich auch die Anzahl der roten Blutkörperchen. Bei einer Mangelerscheinung werden u. a. wichtige Organe sowie die Haut- und Schleimhautzellen negativ beeinflusst.

Resultiert daraus eine Gefahr beim Blutspenden?

Überprüfung des Hämoglobingehaltes im Blut Die Überprüfung des Hämoglobingehaltes im Blut. Durch den Verlust an Hämoglobin/Eisen beim Blutspenden rückt das Thema „Eisenmangel" hin und wieder in den Blickpunkt einiger Spender. Um sicherzustellen, dass ein Spender ausreichend Hämoglobin im Blut besitzt, um auch problemlos etwas von seinem Lebenssaft abgeben zu können, wird vor jeder Spende ein Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen oder der Fingerbeere entnommen. Aus diesem wird dann der Hämoglobinwert bestimmt. Ist der Wert zu niedrig, wird die Rückstellung von der Spende nötig und dem Spender eine Spendepause von mindestens 4 Wochen empfohlen. Warum? Der Schutz des Spenders hat für uns höchste Priorität. Deshalb werden die Grenzwerte für den notwendigen Hämoglobingehalt im Blut für Blutspender ein wenig höher angesetzt als bei einer normalen hausärztlichen Laboruntersuchung. Es besteht daher noch nicht unbedingt einen bedrohlicher Eisenmangel im Blut, wenn bei der Voruntersuchung zur Blutspende der festgestellte Hb-Wert einmal zu gering ist und man von der Blutspende zeitweise zurückgestellt wird.

Wie viel Eisen benötigt der Körper?

Da der Körper stets nur einen Bruchteil des zugeführten Eisens aufnehmen kann, sollten dem Körper täglich zwischen 15 Milligramm (Männer) und 20 Milligramm (Frauen) zugeführt werden. Sportler haben auf Grund ihres größeren Sauerstoff- und Energieumsatzes einen erhöhten Bedarf an Eisen. Auch Kinder und Schwangere benötigen in der Regel etwas mehr.

Wie kann ich Eisenmangel selbst vorbeugen?

Foto von Rindfleisch Normalerweise wird die beim Blutspenden verlorene Eisenmenge innerhalb von 50 bis 60 Tagen wieder ausgeglichen. Sollten Sie des Öfteren einen zu niedrigen Hämoglobinwert haben, können Sie dies durch eine bewusste und eisenhaltige Ernährung positiv beeinflussen. In Obst und Gemüse ist vergleichsweise zu Fleischwaren wenig Eisen enthalten. Hinzu kommt, dass Eisen aus Fleischprodukten zu 35 Prozent, aus pflanzlicher Nahrung hingegen nur zu 10 bis 15 Prozent aufgenommen werden kann. Da der Körper normalerweise täglich nur ungefähr ein Milligramm Eisen, bei Eisenmangel maximal fünf Milligramm, aufnehmen kann, ist ein Eisenmangel nur über einen längeren Zeitraum ausgleichbar.

Tipps für eine eisenreiche Ernährung

  • Foto Orangen Vermeiden Sie es, regelmäßig Tee und Kaffe zum Essen zu trinken. Die darin enthaltenen Tannine können die Aufnahme von Eisen verringern
  • Nicht nur für Vegetarier ist die regelmäßige Zuführung von Vitamin C zur Unterstützung der Eisenaufnahme im Körper wichtig. Ein Glas Orangensaft erhöht die Resorption von pflanzlichem Eisen im Körper.
  • Vor allem Inhaltsstoffe von Früchten und Fruchtgemüse sowie Kohlgemüse enthalten Stoffe, welche sich förderlich auf die Eisenaufnahme auswirken. Hierzu zählen beispielsweise Fruktose (Fruchtzucker) und Apfelsäure.
  • Ernähren Sie sich nicht ausschließlich von Milchprodukten (Käse, Joghurt, Quark), denn das darin enthaltene Kalzium wirkt hemmend auf die Eisenaufnahme im Körper.
  • Das für unseren Körper am besten aufnehmbare Eisen befindet sich in Fleisch. Bei einem erhöhten Eisenbedarf kann es also sinnvoll sein, etwas mehr Fleisch in den Speiseplan aufzunehmen.
  • Achten Sie insgesamt darauf, deutlich mehr resorptionsfördernde Lebensmittel aufzunehmen als solche, die eine Eisenaufnahme erschweren.

Wodurch kann Eisenmangel noch entstehen?

Neben dem Blutspenden können folgende Dinge ursächlich für einen zu niedrigen Eisenhaushalt sein:

  • große Blutverluste bei einer Operation
  • natürliche Monatsblutung einer Frau
  • unausgeglichene Ernährung (bspw. bei Diäten)
  • Schwangerschaft
  • Eisenverwertungsstörungen

Welche Folgen kann Eisenmangel haben?

  • Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen
  • Blutarmut (Anämie) mit blasser Haut und Schleimhaut
  • Kurzatmigkeit, Ermüdbarkeit, Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Sodbrennen
  • rissige Mundwinkel, Schluckbeschwerden, Haarausfall, brüchige Fingernägel
 
Letzte Änderung: 16.04.2013, 16:13 Uhr
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