Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Das Blutplasma

Blutplasma ist eine gelbliche Flüssigkeit, die vor allem aus Wasser, gelösten Nährstoffen sowie Proteinen besteht und Transport-, Lieferanten- und Abwehrfunktionen erfüllt. Der Anteil des Blutplasmas am Körpergewicht beträgt ungefähr fünf Prozent.

Die Zusammensetzung

Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser, in welchem zahlreiche Substanzen wie Salze, Mineralien, Kohlenhydrate, Fette gelöst sind. Quantitativ am wichtigsten zu nennen sind die sogenannten Plasmaproteine, deren Konzentration zwischen sechs und acht Gramm pro 100 Milliliter beträgt.

Drei Blutplasmabeutel Drei Blutplasmabeutel Hiervon haben Albumine mit bis zu fünf Gramm pro 100 Milliliter den größten Anteil (durchschnittlich 60 Prozent). Sie begleiten mit der Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks eine bedeutungsvolle Aufgabe, da dieser den Austritt von zuviel Wasser ins Gewebe verhindert. Die Albumine sind die Transportproteine des Organismus.
Die zweite große Gruppe bezeichnen die Globuline, die gleichzeitig mit etwa 40 Prozent alle verbleibenden, nicht den Albuminen zuzuordnenden Proteine umfassen. Ihre Hauptaufgabe ist im Abwehrsystem zu finden: Sogenannte Immunglobuline (Antikörper) binden eingedrungene Mikroorganismen an sich, welche mit dieser Markierung durch das Abwehrsystem einfacher erkannt und beseitigt werden können.

Nach heutigem Kenntnisstand sind etwa 120 Eiweißstoffe im Plasma enthalten.

Weitere Aufgaben

Neben der Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks und der Tätigkeit in der Immunabwehr besitzt Blutplasma weitere wichtige Aufgaben. Es dient als Transportmedium für feste Blutbestandteile, Stoffwechselprodukte und für die im Plasma gelösten Substanzen. Hieraus lässt sich die Lieferantenfunktion schlussfolgern: Je nach Bedarf werden dem Plasma an den entsprechenden Körperteilen die benötigten Stoffe entzogen. Beispielhaft hierfür ist die Blutgerinnung, bei der neben den Thrombozyten verschiedene Gerinnungsfaktoren, wie Fibrinogen, aus dem Plasma hinzugezogen werden.

Wann wird Blutplasma benötigt?

  • Foto Blutplasmatransfusion Blutplasmatransfusion Blutplasma wird nicht nur zur direkten Transfusion, beispielsweise nach großen Blutverlusten, benötigt, sondern bildet auch den Ausgangsstoff für lebensnotwendige Medikamente.
  • Sogenannte Gerinnungsfaktor-VIII-Präparate beispielsweise werden vor allem zur Behandlung der Bluterkrankheit Hämophilie A benötigt, bei welcher die Blutgerinnung durch einen Mangel des antihämophilen Globulins Faktor VIII gestört ist.
  • Arzneimittel welche aus Albumin gewonnen werden, werden hauptsächlich bei schweren Verletzungen oder großflächigen Verbrennungen mit hohem Eiweiß- und Flüssigkeitsverlust eingesetzt. Weiterhin finden Sie bei großen Operationen oder der Behandlung von Krebserkrankungen Anwendung.
  • Immunglobuline sind für Menschen lebensnotwendige Antikörper und werden vorbeugend zur Behandlung von lebensbedrohlichen Infektionen wie Tetanus (Wundstarrkrampf) oder Hepatitis (Gelbsucht) eingesetzt. Menschen mit angeborenem bzw. im Rahmen einer Krankheit erworbenem Antikörpermangel werden mit Immunglobulinen erfolgreich therapiert. Während der Schwangerschaft können diese Antikörper außerdem einer folgenschweren Rhesus-Unverträglichkeit vorbeugen.
 
Letzte Änderung: 23.07.2009, 18:39 Uhr
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