Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Bedarf und Einsatz von Blutprodukten

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden weltweit jährlich rund 75 Millionen Blutspenden benötigt. Für Deutschlands Patienten müssen täglich ca. 18.000 Blutspenden verfügbar sein.
Der Blutbedarf steigt zudem jährlich um ein Prozent für Erythrozytenkonzentrate (rote Blutkörperchen, die aus einer Vollblutspende gewonnen werden). Demgegenüber steht jedoch eine sinkende Blutspendebereitschaft in den letzten Jahren, so dass bis 2015 ein vor allem demografisch bedingter Rückgang der Spenderzahlen um etwa 15 Prozent erwartet werden muss.

Auch die Anzahl der Blut- und Blutkomponententransfusionen stieg in den letzten 10 Jahren um 50 bis 100 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem durch den medizinischen Fortschritt begründet: Aufgrund neuer, größerer chirurgischer Eingriffe und aggressiverer Therapieformen in der Inneren Medizin und Onkologie wird auch der Einsatz von mehr Blutprodukten notwendig.

Wussten Sie, dass etwa 80 Prozent aller Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben ein Blutprodukt erhalten?

Hierbei kann es sich um Blutkonserven, Blutplasma-Medikamente o.ä. handeln - entscheidend ist, dass statistisch gesehen vier von fünf Menschen einmal in ihrem Leben auf Spenderblut angewiesen sind. Obwohl der Bedarf an Blutprodukten bei älteren Menschen zumeist höher ist, werden auch fast zwei Fünftel der Blutprodukte für Menschen unter 56 Jahren benötigt. Da man dem steigenden Blutbedarf auf Dauer nur mit einem nachwachsenden, jungen Spenderstamm gerecht werden kann, ist es besonders erfreulich, dass mehr als die Hälfte aller Neuspender am Universitätsklinikum jünger als 25 Jahre ist!

Wer benötigt Blutprodukte?

Im Universitätsklinikum Leipzig werden 52 Prozent der Blutkonserven in der Chirurgie, Anästhesiologie (Anästhesie, Notfallmedizin, Schmerztherapie) und Intensivmedizin eingesetzt. Die verbleibenden 48 Prozent kommen in der Inneren Medizin, der Onkologie (Krebsbehandlung) und Pädiatrie (Kinderheilkunde) zum Einsatz.

Etwa 11 Prozent aller Patienten erhalten Transfusionen! Nach Krankheitsbildern geordnet erhält man dabei folgenden Verbrauch an Blutkonserven:

Einsatz der verschiedenen Blutkonserven

Heutzutage werden ausschließlich Blutkomponententransfusionen durchgeführt. Dabei werden Erythrozyten, Thrombozyten und Blutplasma entweder aus einer Vollblutspende oder direkt als Blutkomponentenpräparat vom Spender gewonnen und dem Patienten je nach dessen Krankheitsbild und Bedarf einzeln transfundiert. Neben dieser mehr an den tatsächlichen Bedürfnissen des Empfängers orientierten Übertragung ergeben sich auch Vorteile bei der Lagerung und Haltbarkeit.

Erythrozytenkonzentrate werden vor allem bei großem Blutverlust oder chronischer Anämie (Blutarmut) übertragen.
Thrombozytenkonzentrate finden bei der Behandlung und unter Umständen der Prävention von Blutungen infolge von Bildungs- und Umsatzstörungen der Blutplättchen Anwendung.
Zur Transfusion von Plasmapräparaten kommt es bei der Notfallbehandlung von starken Blutungen im Zusammenhang mit schweren Lebererkrankungen bei Umsatzstörungen der Gerinnungsfaktoren, bei Austauschtransfusionen sowie bei Blutungsneigungen.

Der Bedarf in Zahlen

Die Statistik zeigt, dass es während der Behandlung eines Patienten immer häufiger zu Bluttransfusionen kommt: Nahezu die Hälfte der zu transfundierenden Patienten erhält mehr als 15 Erythrozytenkonzentrate. Nach schweren Unfällen werden beispielsweise bis zu 20 Transfusionseinheiten benötigt.

Im Jahr 2008 wurden am Universitätsklinikum Leipzig jeden Monat über 4.000 Blutkonserven benötigt.

 
Letzte Änderung: 05.04.2013, 16:00 Uhr
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