Institut für Transfusionsmedizin Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Autologe (autogene) Stammzellapherese

Bei der Stammzellapherese (apherese aus dem Griechischen: wegnahme) werden die blutbildenden Zellen eines Menschen gewonnen, um ihm diese nach einer erfolgten Therapie wieder zurück zu geben (transfundieren).

Wird die Stammzellapherese bei demselben Patienten durchgeführt, dem die Stammzellen später auch transfundiert werden, nennt man das eine autologe Stammzelltransplantation. Bei der allogenen Stammzelltransplantation sind Spender und Empfänger im Gegensatz dazu nicht ein- und dieselbe Person.

Die herkömmliche Art, Stammzellen zu gewinnen, war lange Zeit die Knochenmarkspunktion. Dabei handelt es sich um eine Operation (oft unter Vollnarkose), bei der der Beckenknochen mehrfach mit einer Nadel punktiert wird, um ein Blut-Stammzellgemisch zu gewinnen. Daraus werden die Stammzellen anschließend aufbereitet und bis zur Verwendung eingefroren. Ein solcher Eingriff birgt immer ein gewisses Risiko und ist nicht beliebig wiederholbar, weshalb die Stammzellapherese die Knochenmarkspunktion zunehmend ersetzt.

Wie funktioniert die (autologe) Stammzellapherese?

Bei der Stammzellapherese bekommt der Patient eine Woche lang vor der Entnahme ein spezielles Wachstumshormon für Blutstammzellen, G-CSF, gespritzt. Dieses sorgt dafür, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt werdenSind dann genügend Stammzellen im Blut nachweisbar, wird mit der Apherese begonnen.

Am Entnahmetag müssen zwei venöse Zugänge gelegt werden: Über den ersten wird das Blut an ein spezielles Gerät geleitet, welches die Blutbestandteile mit einer speziellen Zentrifuge auftrennt. Die Stammzellen werden dabei herausgefiltert, die restlichen Blutbestandteile erhält der Patient über den zweiten Zugang wieder zurück. Die gesamte Abnahme dauert dabei durchschnittlich etwa 3-5 Stunden. Anschließend wird die gesammelte Zellmenge kontrolliert: Sind zu wenig Stammzellen gewonnen worden, wird ein weiterer Apheresetermin vereinbart.

Die Zellen werden nach der Sammlung auf ihre Funktionsfähigkeit untersucht und eingefroren. Zum Zeitpunkt der Transplantation werden sie zur transplantierenden Klinik gebracht und aufgetaut. Auf der Station erhält nun der Patient nach seiner Therapie seine Stammzellen zurück. Dabei erfolgt die Übertragung wie eine Transfusion über eine Vene. Die Stammzellen siedeln sich automatisch wieder im Knochenmark des Patienten an und übernehmen dort die Blutbildung.

Wer bekommt eine autologe Stammzelltransplantation?

Über die Notwendigkeit einer autologen Stammzelltransplantation entscheidet der behandelnde Arzt in Rücksprache mit dem Betroffenen. 

Grund für eine homologe Stammzelltransplantation ist bei manchen Tumorerkrankungen zum Beispiel eine hochdosierte Strahlen- oder Chemotherapie. Diese greifen immer auch stark das blutbildende System an - eine Nebenwirkung, die dank der autologen Stammzelltransplantation nicht mehr bedeuten muss, dass diese Therapiemöglichkeit nicht zur Verfügung steht. 

 
Letzte Änderung: 17.03.2013, 09:09 Uhr
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