In der sogenannten Blutkomponentenpräparation wird das Blut veredelt und somit für die Transfusion vorbereitet. Hier erfahren Sie, welche Schritte bei einer Vollblutkonserve notwendig sind.
Foto 1: Zentrifugation I
Nach einstündiger Lagerung muss die Vollblutkonserve mittels einer Zentrifugation in Blutplasma und die festen Blutbestandteile (hauptsächlich Erythrozyten) aufgetrennt werden. Dafür wird das Beutelsystem in Behälter (siehe unten rechts) verpackt und anschließend in die Zentrifuge gesetzt.
Foto 2: Zentrifugation II
Nach der Zentrifugation erkennt man, dass sich das hellgelbe Blutplasma oben abgesetzt hat, während sich die festen Bestandteile im unteren Bereich befinden.
Foto 3: Buffy Coat
Die hier markierte Stelle zeigt eine Abgrenzung zwischen dem Blutplasma und den festen Bestandteilen im Vollblutbeutel. Die deutlich erkennbare, weißliche Grenzschicht wird als „Buffy Coat“ bezeichnet. Der hier zu sehende Hell-Dunkel-Kontrast der Schichten schafft die Voraussetzung für die halbautomatische Weiterverarbeitung in der optischen Presse.
Foto 4: Optische Presse
Von dem Vollblutbeutel aus reicht ein Schlauch nach oben zum Plasmabeutel und ein weiterer zu jenem Beutel, in dem die Erythrozyten in konzentrierter Form vorliegen. Die durchsichtige Vordergrundplatte drückt den Vollblutbeutel nun gegen die Rückwand. Durch abwechselnd sich öffnende Ventile gelangt das Blutplasma in den oberen und die Erythrozyten in den unteren Beutel. Nach dieser Komponententrennung sind ein noch leukozytenhaltiges Erythrozytenkonzentrat und eine Plasmakonserve entstanden.
Foto 5: Leukozytendepletion
Das Erythrozytenkonzentrat muss nun noch einer Filtration unterzogen werden: Bei der sogenannten „Leukozytendepletion“ laufen die Blutzellen durch einen Filter, welcher die Leukozyten absammelt, hindurch in einen weiteren Beutel, der danach das fertige Erythrozytenkonzentrat enthält. Die Entfernung der Leukozyten dient der Verringerung unterschiedlicher Transfusionsreaktionen und der Vermeidung von Virenübertragungen.
Foto 6: Fertige Konserven
Es sind nun Plasma- und Erythrozytenkonserven entstanden. Der an dem Erythrozytenkonzentrat zu sehende Schlauch besteht aus Segmenten, welche jeweils geringe Mengen Erythrozyten enthalten. Diese werden für eine Verträglichkeitsprobe vor der Transfusion, den sogenannten „Bedside“-Test, verwendet.
Foto 7: Schockfroster
Plasmakonserven werden vor der Lagerung in dem hier zu sehenden Schockfroster bei circa –60°C eingefroren und anschließend bei –30°C für mindestens sechs Monate gelagert (Quarantänezeit).
Foto 8: Kühlhaus
Erythrozytenkonzentrate werden bei 4°C in einem Kühlhaus für maximal 42 Tage für die bevorstehende Transfusion aufbewahrt.
Foto 9: Parallel laufende Laboruntersuchungen
Parallel zur Verarbeitung werden im Labor die infektionsserologischen Untersuchungen durchgeführt. Ist ein Test reaktiv, wird die Konserve nicht für die Transfusion freigegeben.
Konservenausgabe
Entsprechend der bedarfgerechten Abforderungen werden die Konserven herausgegeben.